17. Januar 2019

Motto: „und … Licht“


Um den Dialog zwischen Theologie und Lichtkunst zu vertiefen, präsentiert die Evangelische Kirche im Rheinland im Jahr 2019 die Wanderausstellung „und … Licht“. Sie wurde jetzt mit einer Vernissage in der Saarbrücker Johanneskirche eröffnet.

Licht als zentraler biblischer Begriff beschreibt, beleuchtet und wirft Fragen auf. 245 Mal wird das Wort „Licht“ in der Bibel verwendet. „Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht“, heißt es beispielsweise im ersten Buch Mose. Der Prophet Jesaja schreibt: „Mache dich auf, werde Licht! Denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir.“ (60,1)

 International renommierte Künstlerinnen und Künstler haben nun Werke geschaffen, die sich mit dem Thema Licht befassen. Neun Kunstwerke beleuchten und hinterfragen christliche Botschaften. 

Ein Beirat von Fachleuten aus Kunst und Kirche hat die teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler ausgewählt. „Bei der Auswahl haben wir Wert auf Zeitgenossenschaft gelegt“, sagt Holger Hagedorn, Beiratsmitglied und Kurator der Ausstellung. „Es handelt sich um aktuelle Werke von Künstlerinnen und Künstlern, die sich in Alter, Geschlecht und ihrer Herkunft unterscheiden, polyvalente Perspektiven einbringen und auf der Höhe des aktuellen Kunstdiskurses arbeiten.“

Die Ausstellung ist 2019 in sieben Städten auf dem Gebiet der Evangelischen Kirche im Rheinland zu sehen: in Saarbrücken, Trier, Mönchengladbach, Troisdorf, Essen, Krefeld und Düsseldorf. Die Kunstwerke treten in Beziehung zur Architektur der Kirchen und Räume, in denen sie ausgestellt sind, sowie zu den dort herrschenden Lichtverhältnissen.

In einem theologischen Begleittext zur Ausstellung schreibt Dr. Frank Vogelsang, Direktor der Evangelischen Akademie im Rheinland: „Die Kunstwerke geben eine Ahnung davon, dass Licht immer ein kostbares Gut ist, dass es fragil ist, dass es auch verschwinden kann.“ Das sei beispielsweise der Fall, „wenn dunkle Mächte die Lichtregie übernehmen und statt einer offenen Kommunikation Fake News vorziehen“. Licht erscheine in den Kunstwerken der Ausstellung immer zerbrechlich und angefochten. „Es arbeitet sich ab an den Materialien, an den Medien, die es durchdringt.“

Die Künstlerinnen und Künstler haben unterschiedliche Zugänge gewählt: Die Installation der niederländischen Künstlerin Diana Ramaekers zeigt drei aus flachem Glas angedeutete Wasserlachen, die Licht bläulich und – je nach Perspektive – regenbogenfarben reflektieren. Vermittelt werden metaphorische Vorstellungen davon, was der Heilige Geist sein könnte: eine Inspirationsquelle und schöpferische Kraft. Das Künstlerduo Siegfried Krüger und Simone Prothmann zeigt die Videoinstallation „falling lights and rising shadows“ („Sinkende Lichter und aufsteigende Schatten“), bei der filmische Sequenzen in Endlosschleife an Wände projiziert werden. Der Bonner Künstler Christoph Dahlhausen ist mit zwei Werken vertreten: Mit der Gerüst-Licht-Installation „Shine on …“ („Leuchte weiter) und einem Werk mit dem Titel „Stellare Verbindungen“. Ein Lichtprojektor strahlt eine langsam drehende Scheibe an und wirft farbiges Licht in sich verändernden Konstellationen auf Wände, Kanzeln oder andere Raumelemente

Das Künstlerduo Molitor und Kuzmin ist gleich mit vier Kunstwerken dabei. Das Objekt „2+1“ besteht aus drei Leuchtringen, die wie Bullaugen aus Betonwänden lugen. Bei der Installation „Welle“ ist eine Leuchtstoffröhre in eine Rahmenkonstruktion aus Aluminium gearbeitet. Der Künstler Konstantinos Angelos Gavrias, Preisträger des Kunstwettbewerbs „reFORMation transFORMation“ der Evangelischen Kirche im Rheinland im Jahr 2017, hat mit seinem Werk „aeon“ ein Selbstporträt angefertigt. ekir/ hp

Rahmenprogramm zur Ausstellung in der Johanneskirche:

Freitag, 18. Januar, 19 Uhr: Vernissage mit Pfr. Herwig Hoffmann, Kurator Holger Hagedorn und dem Chor Johannisfeuer, Leitung: Christoph Hauschild.

Freitag, 25. Januar, 20 Uhr: Nachteulengottesdienst zur Ausstellung mit Pfr. Herwig Hoffmann.

Freitag, 1.Februar, 20 Uhr: „Ankunft des Lichts – Von Weihnachten bis Himmelfahrt“. Werke für Chor und Orchester von J.S.Bach  (1. Kantate aus dem Weihnachtsoratorium, Himmelfahrtsoratorium), Stanford (Magnificat) und Schütz („Jauchzet dem Herren“). Es wirken mit Barbara R. Grabowski, Alt, Patrick Schnur, Tenor,  Bass und Sopran, N.N., das Kammerorchester "con nov`arco", Chor und Orchester der Universität des Saarlands, Leitung: Prof. Helmut Freitag.

Sonntag, 3. Februar, 11 Uhr: Gottesdienst zur Ausstellung mit Pfarrerin Silke Portheine. Gast: Kurator Holger  Hagedorn, anschließend Führung mit Holger Hagedorn.

Sonntag, 17. Februar, 11 Uhr: Gottesdienst zur Ausstellung mit Pfarrer  Herwig Hoffmann und dem Chor der evangelischen Studierendengemeinde Heidelberg, Leitung: Xaver Detzel

Sonntag, 24.Februar, 12.15 Uhr:  Matinee nach dem Gottesdienst mit Dr. Frank Vogelsang (Direktor Ev. Akademie im Rheinland), Künstlerinnen und Künstlern der Ausstellung, Holger Hagedorn (Kurator)

Die Ausstellung ist geöffnet: Dienstag bis Sonntag von 15 bis 18 Uhr.

Weitere Veranstaltungen: www.st-johann.de





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