13. August 2019

Von der schwierigen Situation im Ost-Kongo


Seit 1986 besteht zwischen dem Kirchenkreis Saar-West und dem Kirchenkreis Goma eine enge Partnerschaft. Nun ist der neunte Partnerschaftsbrief erschienen. In der 24-seitigen Broschüre wird von der schwierigen Situation im Ost-Kongo berichtet.

Ndemesi Musekwa Moise, Superintendent des Kirchenkreises Goma, informiert über die politische Lage in seiner Heimat. Diese sei vor allem von den Wahlen im Dezember 2018 geprägt, an deren Ende die Demokratische Republik Kongo Félix Antoine Tshisekedi Shilombo als neuen Präsidenten vereidigte. Der Kirchenkreis Goma habe in seiner Generalversammlung eine Reihe an Forderungen an die neue Regierung gerichtet. An erster Stelle müssten die Behörden den Schutz der Bevölkerung garantieren und Unrecht bekämpfen. Denn noch immer sei der Nordosten des Landes vom Kampf mit terroristischen Milizen geprägt.

Hans Jürgen Gärtner, Pfarrer im Gemeindedienst für Mission und Ökumene in der Region Saar-Nahe-Mosel, plädiert im Partnerschaftsbrief für eine politische Partnerschaft. Es reiche nicht aus, Lücken im Gesundheits- und Bildungsbereich des Landes mit Geld zu stopfen, so Gärtner. Vielmehr müssten Christinnen und Christen auch deutlich machen, dass das eigentliche Problem des kongolesischen Staates, die Korruption, bekämpft werden müsse.  

Weiterhin informiert der Partnerschaftsbrief über die Verwendung der  Spendengelder. 2018 überwies der Kirchenkreis Saar-West erneut eine Spendensumme von 10.000 Euro. Das Geld stammt aus Kollekten, privaten Spenden und Erlösen von Gemeindefesten. Der Kirchenkreis Goma setzte die Mittel unter anderem für die Arbeit mit Kindern, die Ausbildung Jugendlicher, Hilfe für Menschen in Not, sein Kirchenkreisbüro und den „Dienst Frau und Familie“ ein. Zusätzlich sammelte der Kirchenkreis Saar-West im jährlich stattfindenden Partnerschaftsgottesdienst, welcher zeitgleich in Goma und Saarbrücken gefeiert wird, Geld zur Ebola-Bekämpfung. Mit der Spende wurden Hygienemaßnahmen und Aufklärungsarbeiten finanziert.  

Die Zahl der Paten und Patenkinder stieg 2018 erstmals auf über 100 Patenschaften an. Die Schülerin Rebecca Kahambe Taghoya bedankt sich im neuen Partnerschaftsbrief. Sie schreibt, dass sie durch die Patenschaft als einzige in ihrer Familie die Möglichkeit hat, ihre Studien abzuschließen und hofft, dass sie dadurch eines Tages anderen genauso helfen kann, wie ihr geholfen wurde.

Christian Weyer, Superintendent des Kirchenkreises Saar-West, fordert in seinem Beitrag mehr Engagement aus den Gemeinden. Die Partnerschaftsarbeit müsse auf eine breitere Basis gestellt werden. Da 2020 die kreiskirchlichen Ausschüsse neu besetzt werden, hofft Weyer, dass mehr Kirchengemeinden ein Mitglied im Partnerschaftsausschuss stellen werden. Denn Partnerschaft sei mehr als das Sammeln und Überweisen von Geldern. Es gehe um die Begegnung auf Augenhöhe mit Menschen aus einer anderen Kultur, denen nicht nur zu helfen, sondern von denen auch viel zu lernen sei. Eine Partnerschaft sei nie eine Einbahnstraße, sondern ein Geben und Nehmen, so Weyer. Pab

Der Partnerschaftsbrief 2019 ist in der Superintendentur des Kirchenkreises Saar-West (Tel. 0681 9255233) und in den zugehörigen Kirchengemeinden erhältlich.


Der nächste Partnerschaftsgottesdienst findet am Sonntag, 15. September, um 18 Uhr in der evangelischen Kirche Lebach (Trierer Straße 37) statt. Die Predigt hält Pfarrer Hans Jürgen Gärtner, Leiter des Gemeindedienstes für Mission und Ökumene der Region Saar-Nahe-Mosel.  Liturgin ist die Lebacher Pfarrerin Andrea Sattler. Der Gottesdienst wird musikalisch vom Gospelchor und der Trommlergruppe der Gemeinde Lebach gestaltet.





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